Im Interdisziplinären Zentrum für Bildungsforschung (ICER) werden thematisch fokussierte Special Interest Groups (SIGs) eingerichtet, um Forschende mit gemeinsamen Interessen strukturiert zu vernetzen und kooperative Forschungsvorhaben zu initiieren. Jede SIG bildet einen klar erkennbaren fachlichen, thematischen oder methodischen Schwerpunkt und trägt dazu bei, die im ICER gebündelte Expertise sichtbar zu machen.
Ziel der SIGs ist es, Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen, Standorten und Praxisfeldern zusammenzubringen, um gemeinsame Projektideen zu entwickeln, Antragsskizzen zu erarbeiten und Transferaktivitäten anzustoßen. Das ICER unterstützt sie dabei durch organisatorische Infrastruktur, Koordination und gezielte finanzielle Anreize, sodass die Arbeit der SIGs effektiv geplant und umgesetzt werden kann.
Im Interdisziplinären Zentrum für Bildungsforschung (ICER) werden thematisch fokussierte Special Interest Groups (SIGs) eingerichtet, um Forschende mit gemeinsamen Interessen strukturiert zu vernetzen und kooperative Forschungsvorhaben zu initiieren. Jede SIG bildet einen klar erkennbaren fachlichen, thematischen oder methodischen Schwerpunkt und trägt dazu bei, die im ICER gebündelte Expertise sichtbar zu machen.
Ziel der SIGs ist es, Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen, Standorten und Praxisfeldern zusammenzubringen, um gemeinsame Projektideen zu entwickeln, Antragsskizzen zu erarbeiten und Transferaktivitäten anzustoßen. Das ICER unterstützt sie dabei durch organisatorische Infrastruktur, Koordination und gezielte finanzielle Anreize, sodass die Arbeit der SIGs effektiv geplant und umgesetzt werden kann.
Zu Beginn definiert jede SIG ihr eigenes Profil: thematischer Schwerpunkt, zentrale Forschungsfragen sowie relevante Transfer- oder Anwendungskontexte. Auf dieser Grundlage werden konkrete Ziele formuliert, etwa die Entwicklung von Drittmittelanträgen, die Vorbereitung von (Verbund-)projekten, die Konzeption von Transferformaten oder der längerfristige Aufbau eines thematischen Netzwerks. Die inhaltliche Ausrichtung wird von den Mitgliedern getragen und regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.
Zur Sicherung einer verlässlichen Arbeitsstruktur wählt jede SIG eine Sprecherin oder einen Sprecher sowie eine Stellvertretung; auch eine Doppelspitze ist möglich. Die SIG legt ihre Amtszeit und das Verfahren der Amtsübernahme (Rotation oder Wahl) eigenständig fest, um Kontinuität und Erneuerung zu verbinden. Die Sprecherinnen und Sprecher koordinieren die inhaltliche Arbeit, vertreten die SIG nach außen und fungieren als zentrale Ansprechpersonen für die Geschäftsführung des ICER sowie für externe Partner. Mitglied einer SIG können ICER-Mitglieder werden, deren Forschungsvorhaben und Interessen mit den Zielen der jeweiligen SIG übereinstimmen; Kooperationen mit externen Partnerinnen und Partnern sind ausdrücklich erwünscht.
Der Auftrag jeder SIG umfasst die Planung und Durchführung geeigneter Aktivitäten, die zur Profilbildung und Zielerreichung beitragen – etwa Workshops, Arbeitstreffen, kollegiale Beratung, das Erstellen von Antragsskizzen, gemeinsame Publikationsprojekte oder die Entwicklung von Transfer- und Öffentlichkeitsformaten. Das ICER tritt dabei als Partner auf, stärkt die Sichtbarkeit der Aktivitäten und unterstützt die Einbettung der Vorhaben. Transferformate werden über die Homepage, Social-Media-Kanäle, Newsletter sowie weitere Formate sichtbar gemacht; die Einbindung einer breiteren Öffentlichkeit ist ausdrücklich erwünscht. Bei Antragsaktivitäten tritt das ICER als institutioneller Antragspartner mit auf.
Im ersten Jahr der SIG-Arbeit steht das systematische Ausloten von Expertisen und Interessen der Beteiligten im Vordergrund. Die SIG klärt, welche Kompetenzen und thematischen Schwerpunkte im Kreis der Mitglieder vorhanden sind, wer welche Rolle übernehmen kann und welche Förder- und Antragsmöglichkeiten strategisch besonders relevant sind. Diese Explorationsphase schafft eine belastbare Grundlage für die mittel- bis langfristige Entwicklung.
Das ICER unterstützt die SIGs durch organisatorische und finanzielle Ressourcen, etwa bei der internen Kommunikation, der Organisation von Veranstaltungen, der Antragsvorbereitung und der Koordination bewilligter Projekte. Dazu zählen Unterstützung bei Raumbuchungen, technischen Anforderungen, Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation. So sollen administrative Hürden reduziert werden, damit sich die SIGs auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren können.
Zur Sicherung von Transparenz und Sichtbarkeit stellen die SIGs ihre Aktivitäten und Ergebnisse regelmäßig im Koordinationsausschuss sowie auf der Mitgliederversammlung des Zentrums vor. Nach zwei Jahren wird von jeder SIG ein konkreter Ausblick erwartet, beispielsweise in Form vorbereiteter Anträge, weit fortgeschrittener Antragsskizzen oder anderer Transferaktivitäten, die den gemeinsamen Aufbau von Strukturen und Projekten sichtbar machen. Alternativ können auch besondere Kooperations- oder Netzwerkaktivitäten im Mittelpunkt stehen, die zur Sichtbarkeit von Forschung und Transfer beitragen.
Mindestens einmal jährlich beteiligt sich jede SIG mit einem Beitrag am Newsletter des ICER. Dort werden laufende Aktivitäten, geplante Initiativen, besondere Ergebnisse oder relevante Veranstaltungen vorgestellt. Auf diese Weise wird die Arbeit der SIGs innerhalb des Zentrums und nach außen kommuniziert.
Zur Stärkung der thematischen Profilbildung und der interdisziplinären Zusammenarbeit am ICER wird die Gründung und Weiterentwicklung von Special Interest Groups (SIGs), die sich dauerhaft einem definierten Forschungsfeld im Rahmen der Arbeitsschwerpunkte des ICER widmen, gezielt gefördert. Ziel der SIG ist die strukturierte Vernetzung und systematische Weiterentwicklung gemeinsamer Forschungsfragen sowie des Transfers bildungswissenschaftlicher Forschung in eine breite (Fach-)Öffentlichkeit. Gemeinsame Antragsaktivitäten sind wünschenswert. Darüber hinaus unterstützt das ICER Initiativen, die interdisziplinäre Forschungsperspektiven ausloten möchten, ohne bereits konkrete Drittmittelanträge vorzubereiten.
Hierfür stehen Mittel für einen Förderzeitraum vom 01.06.2026 – 10.12.2026 im Umfang von bis zu 1.000€ zur Verfügung. Ein Antrag auf Folgefinanzierung ist möglich.
Neben der finanziellen Förderung unterstützt das ICER insbesondere in organisatorischen und kommunikativen Belangen. Von der Terminfindung und Einladung über die Raumorganisation bis hin zur Dokumentation der Veranstaltung steht das ICER interessierten Initiativen beratend und unterstützend zur Seite.
Wir laden Sie herzlich zur Mitwirkung in der SIG „Bildungsforschung zu Ungleichheit und Differenz“ ein.
Die SIG bietet eine Plattform zur Vernetzung von Forschenden in der Bildungsforschung und zielt auf die Initiierung inter- und teildisziplinärer Forschungs- und transferbezogener Kooperationen. Im Mittelpunkt stehen Fragen von Ungleichheit, Bildungsgerechtigkeit und Differenz im Kontext von Bildung und Sozialem.
Wissenschaftler:innen (insb. Post-Doc-Phase sowie Senior Researchers)
Vernetzungsmöglichkeiten & Ideensammlung für die Initiierung von Forschungs-, Lehrforschungs- und/oder Transferprojekten zum Themenfeld Ungleichheit und Differenz.
01. Juni 2026, von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Die SIG bietet Raum für regelmäßigen Austausch, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die gemeinsame Entwicklung von Projekten.
Alle ICER-Mitglieder und die, die es werden wollen, sind herzlich willkommen.
Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen – auch aus dem RMU-Kontext!
Die SIG Fachdidaktische Forschung schafft einen interdisziplinären Raum, in dem fachdidaktisch und unterrichtsbezogen Forschende aus verschiedenen Fächerkulturen ihre Perspektiven austauschen, gemeinsam Herausforderungen der Unterrichtsforschung diskutieren und Kooperationen starten – durch regelmäßige Treffen und gemeinsame Aktivitäten.
Die SIG bildet somit eine Plattform für Austausch, Vernetzung und Initiierung von gemeinsamen Aktivitäten. Ziele der SIG sind daher:
- Zentrale Forschungsansätze, Methoden und Ergebnisse der fachdidaktischen Forschung an der JGU Mainz bündeln, um so Wissen sichtbar zu machen, Vergleiche zu ermöglichen und gemeinsame Standards zu entwickeln.
- Initiierung gemeinsame Forschungsaktivitäten – von kleinen Arbeitsgruppen bis zu größeren Verbundprojekten.
- Forschung sichtbar machen und Forschungsergebnisse in die Lehrpraxis und Öffentlichkeit bringen: durch praxisnahe Publikationen, Fortbildungen, Policy Briefs und Dialogformate mit Lehrkräften, Schulen und Bildungspolitik – damit Forschung wirksam wird, wo sie zählt.
Die SIG Forschung zu Qualität vernetzt ICER-Mitglieder, die sich in Forschung, Lehre und/ oder Transfer mit Fragen der Qualität befassen. Dies umfasst Themen aus Bildung und Sozialwesen, Politik, Recht, Verwaltung, Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft.
Im Zentrum stehen Fragen der Qualität, Qualitätsentwicklung und Qualitätsmanagement, Steuerung und Governance sowie Diskurse um Qualität und Normativität.
Die SIG bietet Raum für regelmäßigen Austausch, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die gemeinsame Entwicklung von Projekten.
Alle ICER-Mitglieder und die, die es werden wollen, sind herzlich willkommen.
Unsere laufenden Forschungsprojekte finden sie demnächst hier
… finden Sie in unserem Archiv
2025 sind keine Forschungsprojekte gefördert worden.
Mit dem Projekt wird das Ziel verfolgt die Konstitution pädagogischen Handelns in medizinischen Organisationen unter dem Einfluss von institutionellen und organisationalen Aspekten zu beleuchten.
Seitdem im 13. Kinder- und Jugendbericht eine stärkere Verzahnung von Kinder- und Jugendhilfe (KJH) und Gesundheitswesen – v.a. Pädiatrie – (Bundestag 2009) gefordert wurde, lassen sich wachsende Bemühungen finden, pädagogische Angebote in pädiatrischen Einrichtungen stärker zu etablieren. Dabei geschieht die interprofessionelle Arbeit in interprofessionellen Teams häufig innerhalb einer medizinischen Organisation (bspw. einem sozialpädiatrischen Zentren). Pädagogisch Handelnde finden sich in diesen Teams somit in einer „Organisationskultur“ (Engel/Göhlich 2022, 82) medizinischer Organisationen wieder. Für eine gelingende Verzahnung zwischen KJH und Pädiatrie und damit einer Verbesserung des Kinder- und Jugendschutzes erscheint es zentral, auch aus einer organisationstheoretischen Perspektive zu verstehen, wie pädagogisches Handeln in (sozial-)pädiatrischen Einrichtungen erfolgen kann. Für das vorliegende Projekt ist daher die Frage leitend, wie pädagogisches Handeln in sozialpädiatrischen Zentren durch institutionelle und organisationale Aspekte sowie in Prozessen interprofessionellen Lernens konstituiert wird. Dem wird in einer diskursanalytischen Untersuchung nachgegangen. Diese erste Exploration organisationaler Bedingungen pädagogischen Handelns in medizinischen Organisationen ermöglicht eine grundlegende Auseinandersetzung mit Bedingungen pädagogischen Handelns in medizinischen Organisationen.
Das Projekt wird von Anna Kirchner, M.A. durchgeführt.
Das angestrebte Forschungsvorhaben hat zum Ziel, einen Beitrag zur Hochschulforschung zu leisten, indem moralische Problemfelder bei wissenschaftlichen Mitarbeitenden und dessen stressbezogenen Auswirkungen identifiziert werden.
Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) in Kombination mit dem Publikationsdruck ist ein Beispiel für eine Anforderung, mit der wissenschaftliche Mitarbeitende in ihrem beruflichen Alltag umgehen müssen. Stehen solche beruflichen Anforderungen im Konflikt mit moralischen Vorstellungen und führen solche Anforderungen zu moralischem Stress oder zu Demotivation? Dieser Frage wird im angestrebten Forschungsvorhaben nachgegangen. Die Fragestellung wird im Rahmen einer längsschnittlich angelegten Untersuchung bearbeitet.
Die geplante Studie ermöglicht dadurch sowohl aktuell bestehende moralische Anforderungen und die eigene moralische Verfassung (moralischer Strain und moralische Verletzung) von wissenschaftlichen Mitarbeitenden zu analysieren, als auch Wirkungsmechanismen von solchen moralischen Anforderungen auf psychische Folgen zu untersuchen.
Das Projekt wird von Annika Müller, M. Ed. durchgeführt.
Das vorgestellte Dissertationsvorhaben untersucht, inwiefern Subjektivierungsprozesse in Anerkennungspraktiken in inklusionsorientierten Musiziersituationen zu Ein- und Ausschlussprozessen des Individuums führen können. Zugrunde gelegt wird der Ansatz der reflexiven Inklusion nach Jürgen Budde und Merle Hummrich (2013), der von der Gleichzeitigkeit von Inklusion und Exklusion ausgeht. Nach der Auffassung, Anerkennung als wechselseitiges Adressierungsgeschehen (Balzer & Ricken, 2010) und als diskursive Identitätserzeugung (Butler, 2001) zu verstehen, geht das Projekt nach einem adressierungsanalytischen Ansatz (Kuhlmann et al., 2017) vor: Videographierte Unterrichtssequenzen werden in Form von Frame-Comics (Schmitt, 2015) aufbereitet und es wird untersucht, in welcher Form sich Anerkennungspraktiken in inklusionsorientierten Musiziersituationen zwischen Schüler:innen mit und ohne Förderschwerpunkt vollziehen. Auf diese Weise werden darin die wechselseitige Positionierungen und Subjektivierungen zwischen Lehrkraft und Schüler:innen sowie unter den Lernenden rekonstruiert.
Das Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, einen Beitrag zur Lehrer:innenbildung zu leisten: Durch den Einsatz videographierter Unterrichtssequenzen in der Lehre sowie in Fortbildungen für Lehrkräfte sollen Praktiken des Ein- und Ausschlusses rekonstruiert und über inklusionsfördernde Verhaltensweisen und Maßnahmen innerhalb des Klassenzimmers reflektiert werden.
Bisher erschiene Publikationen:
Phung, V. (2024). „Nein, DU bist frech“. Schulbegleitung in inklusionsorientierten Gruppenmusiziersituationen am Beispiel einer adressierungsanalytischen videobasierten Fallrekonstruktion. Diskussion Musikpädagogik. 101(2), 33-40.
Duve, J.; Phung, V.; Unterreiner, M. & Witt, K. (2023). Heterogenität & Fachlichkeit. Inklusionsorientierte Lehrer:innenbildung aus der Perspektive musikpädagogischer Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Diskussion Musikpädagogik. 99(3), 27-33.
Das Projekt wird von Veronika Phung, M. Ed., an der Hochschule für Musik Mainz unter Betreuung von Univ.-Prof. Dr. Valerie Krupp durchgeführt.
Ziel des Projekts ist es, ein Unterrichtskonzept zur Ärztlichen Gesprächsführung für Studierenden der Medizin zu entwickeln, das zur Kommunikation mit den Angehörigen plötzlich Verstorbener und eine damit verbundene Bitte um Organspende qualifiziert.
Ein äußert gewichtiges Kriterium als Ursache für die niedrige Zahl der postmortalen Spenderinnen und Spender in Deutschland ist das extrem schwierige und für alle Seiten unangenehme Gespräch mit Angehörigen von versterbenden, also hirntoten Patient*innen, die für eine Organspende in Frage kommen. Es wird vonseiten der Ärzteschaft deshalb nicht gerne, zwischen Tür und Angel oder erst gar nicht geführt (McGough & Chopek, 1990). Eine zeitliche Entzerrung wird vorgeschlagen (Jöbges et al., 2019): empathische Mitteilung über den bevorstehenden Tod des*der Patient*in und anschließend einfühlsam, ohne zeitlichen Druck die Frage nach der Organspende.
Dies erfordert Kenntnisse und Fertigkeiten der patientenorientierten Gesprächsführung, der verständlichen Informationsvermittlung, der Mitteilung einer negativen Nachricht, Risikokommunikation und der partizipativen Entscheidungsfindung, damit das Vertrauen in den Arzt/die Ärztin nicht getrübt, sondern gefördert wird.
In Einbindung in ein bestehendes Kurskonzept möchten wir aus den Notwendigkeiten dieser seit Jahren unveränderten Gesamtsituation der im europäischen Vergleich unbefriedigend niedrigen Anzahl der tatsächlich zur Verfügung stehenden postmortalen Organspender*innen heraus ein Unterrichtsprogramm der Ärztlichen Gesprächsführung bei Organspende für Studierende der Medizin entwickeln.
Es soll in einem ersten Semester als Wahlpflichtfach (20 Studierende) und in einem zweiten Semester dann auch in den Pflichtkursus der Medizinischen Psychologie und Medizinischen Soziologie (225 Studierende) durchgeführt werden. Das Projekt soll darüber hinaus einstellungsbezogene und psychosoziale Determinanten der postmortalen Organspende in Abhängigkeit von der Einstellung der (Simulations-) Angehörigen sowie des Arztes/der Ärztin (studentische Rolle) aufklären und zur Sprache bringen sowie Effekte der Gesprächsführung.
Das Projekt wird von Univ.-Prof.’in Katja Petrowski und Dr.’in Sabine Fischbeck, MME durchgeführt.
Ziel des Projekts ist es, ein Unterrichtskonzept zur Ärztlichen Gesprächsführung für Studierenden der Medizin zu entwickeln, das zur Kommunikation mit COVID-19-Impfzweiflern und Impfgegnern qualifiziert. Darüber hinaus sollen einstellungsbezogene und psychosoziale Determinanten der letztlichen Inanspruchnahme der Covid-19-Impfung in Abhängigkeit von der Einstellung der (Simulations-)Patienten sowie des künftigen Arztes/der Ärztin aufklären und zur Sprache bringen. Es gilt für sie zu lernen, sowohl die emotionalen und kognitiven Aspekte der impfungsbezogenen Einstellungen der Patienten empathisch nachzuvollziehen und die intrinsische Veränderungsmotivation des Gegenübers zu stärken, ohne Druck auszuüben (Motivationales Interview bei COVID-19, WHO, 2021; Risikokommunikation). Ebenso wird eine Änderung der impfbezogenen Einstellung des (Simulations-)patienten in Abhängigkeit von der Qualität der Gesprächsführung untersucht (Prä-Post-Vergleich; subj. Effekte des Gesprächs). Für die Ermittlung emotionaler und kognitiver Einstellungsaspekte der Impfung wird ein bereits entwickelter Fragebogen eingesetzt (Vaccination Attitudes Examination VAX, Martin & Petrie, 2017) und mit einer ad hoc entwickelten arztbezogenen Einstellungsskala zur wahrgenommenen Impfmotivation des (Peer-)Arztes bezieht. Wir nehmen an, dass mit besserer Bewertung des Gesprächs (Checklisten) die Impfmotivation höher sein wird. Das entwickelte Konzept der Ärztlichen Gesprächsführung im Falle von COVID19-Impfzweifeln beinhaltete Anschlussperspektiven, da das Übungskonzept auch in klinische Fächern der Medizin übernommen werden könnte. Die Ergebnisse der Studie werden den Studierenden (n = 225) zurückgemeldet und im Kursus diskutiert.
Projektleiterinnen sind Univ.-Prof.’in Dr. Katja Petrowski und Dr.’in Sabine Fischbeck, MME.
Ziel des Projekts ist es, ein Unterrichtskonzept zur Ärztlichen Gesprächsführung für Studierenden der Medizin zu entwickeln, das zur Kommunikation mit den Angehörigen plötzlich Verstorbener und eine damit verbundene Bitte um Organspende qualifiziert.
Ein äußert gewichtiges Kriterium als Ursache für die niedrige Zahl der postmortalen Spenderinnen und Spender in Deutschland ist das extrem schwierige und für alle Seiten unangenehme Gespräch mit Angehörigen von versterbenden, also hirntoten Patient*innen, die für eine Organspende in Frage kommen. Es wird vonseiten der Ärzteschaft deshalb nicht gerne, zwischen Tür und Angel oder erst gar nicht geführt (McGough & Chopek, 1990). Eine zeitliche Entzerrung wird vorgeschlagen (Jöbges et al., 2019): empathische Mitteilung über den bevorstehenden Tod des*der Patient*in und anschließend einfühlsam, ohne zeitlichen Druck die Frage nach der Organspende.
Dies erfordert Kenntnisse und Fertigkeiten der patientenorientierten Gesprächsführung, der verständlichen Informationsvermittlung, der Mitteilung einer negativen Nachricht, Risikokommunikation und der partizipativen Entscheidungsfindung, damit das Vertrauen in den Arzt/die Ärztin nicht getrübt, sondern gefördert wird.
In Einbindung in ein bestehendes Kurskonzept möchten wir aus den Notwendigkeiten dieser seit Jahren unveränderten Gesamtsituation der im europäischen Vergleich unbefriedigend niedrigen Anzahl der tatsächlich zur Verfügung stehenden postmortalen Organspender*innen heraus ein Unterrichtsprogramm der Ärztlichen Gesprächsführung bei Organspende für Studierende der Medizin entwickeln.
Es soll in einem ersten Semester als Wahlpflichtfach (20 Studierende) und in einem zweiten Semester dann auch in den Pflichtkursus der Medizinischen Psychologie und Medizinischen Soziologie (225 Studierende) durchgeführt werden. Das Projekt soll darüber hinaus einstellungsbezogene und psychosoziale Determinanten der postmortalen Organspende in Abhängigkeit von der Einstellung der (Simulations-) Angehörigen sowie des Arztes/der Ärztin (studentische Rolle) aufklären und zur Sprache bringen sowie Effekte der Gesprächsführung.
Das Projekt wird von Univ.-Prof.’in Katja Petrowski und Dr.’in Sabine Fischbeck, MME durchgeführt.
Das musikpädagogische und inklusionsbezogene Forschungsprojekt untersucht anhand videographierter Klassenmusizierstunden der Sekundarstufe I, welche Subjektpositionen in Anerkennungspraktiken im inklusiven Musikunterricht hervorgerufen und eingenommen werden und inwiefern dabei Teilhabe beim Klassenmusizieren ermöglicht wird.
Ausgehend von einem Anerkennungsbegriff, der diese als wechselseitiges Adressierungsgeschehen (Balzer & Ricken, 2010) und als diskursive Identitätserzeugung (Butler, 2001) auffasst, geht das Projekt nach einem praxistheoretischen (Reckwitz, 2003) und adressierungsanalytischen Ansatz (Kuhlmann et al., 2017) vor: Mittels Videographie (Dinkelaker & Herrle, 2009) und Video-Stimulated Recall Interviews (Schneider-Binkl, 2018) wird untersucht, in welcher Form sich Anerkennungspraktiken in Klassenmusizierprozessen zwischen Schüler:innen mit und ohne Förderschwerpunkt vollziehen und darin die wechselseitige Positionierung und Subjektivierung zwischen Lehrkraft und Schüler:innen sowie unter den Lernenden rekonstruiert.
Das Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, einen Beitrag für die Lehrer:innenbildung zu leisten: Durch den Einsatz der videographierten Unterrichtssequenzen in der Lehre sowie in Fortbildungen für Lehrkräfte sollen inklusionsfördernde Verhaltensweisen und Maßnahmen innerhalb des Klassenzimmers erfahrbar und verstehbar gemacht werden.
Das Projekt von Veronika Phung, M. Ed. durchgeführt.
Das Projekt Dipart-M untersucht Zusammenhänge von Sprache und Kompetenzerwerb im Musikunterricht mit dem Ziel der Entwicklung von Literalität (literacy) im Fach Musik. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen Unterrichtsgespräche des Faches Musik, die einen großen Teil fachlicher Unterrichtsdiskurse ausmachen und als zentrales Lernmoment gelten, da hier kognitiv anspruchsvolle Erkenntnismomente stark mit dem Gebrauch von Sprache zusammenfallen.
Im Rahmen einer qualitativen videographischen Studie soll untersucht werden, wie sich solche Diskurse gestalten, wie sich die Partizipation der Schüler:innen vollzieht und wie Verstehensprozesse versprachlicht werden. Die Analyse von Oberflächen- sowie Tiefenstrukturen ist im Rahmen von Segmentierungsanalysen (Dinkelaker & Herrle, 2009) sowie gesprächsanalytischer (Deppermann, 2008) und interaktional diskursanalytischer (Quasthoff, Heller & Morek, 2017) Methodik geplant.
Die Ergebnisse des Projekts sollen einen Beitrag dazu leisten, Diskurskompetenz und literacy auch für das Fach Musik zu modellieren. Außerdem sollen sie dazu beitragen, Maßnahmen für die sprachbewusste Gestaltung von Musikunterricht zu entwickeln und Musiklehrkräften sowie Studierende zielgerichtet für die Bedeutung von Sprache im Fach Musik zu sensibilisieren.
Das Projekt wird von Isabel Winter, M.Ed. durchgeführt.
Vor dem gesellschaftlichen Problemhintergrund, dass weder ein machtfreier noch ein diskriminierungsfreier Raum existieren kann, visiert die geplante Studie die empirische Rekonstruktion von Dekonstruktionsprozessen und -weisen diskriminierender Epistemologien und Praktiken bei Studierenden an. Zugleich sollen die Lernprozesse und -weisen, die Macht- und Herrschaftskritik intersektional perspektivieren, rekonstruiert werden. Untersuchungsort ist ein als explizit diskriminierungs- und machtkritisch deklariertes Forschungswerkstatt-Seminar im Studiengang Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin, das über zwei Semester – erst theoretisch, dann praxisbezogen – angelegt ist. Die zentralen Fragen richten sich erstens auf die Lern- und Auseinandersetzungsprozesse und -weisen der Studierenden mit intersektionaler Macht- und Herrschaftskritik und zweitens darauf, wie dieses Wissen in der Arbeitspraxis zur Anwendung kommt. Zugleich geht es drittens darum, die Wirkweisen des Lehrkonzepts auf Basis der empirischen Befunde zu analysieren. Die Datenerhebung erfolgt in drei Schritten: zu Beginn des Semesters sowie zum ersten und zum zweiten Semesterende werden mittels narrativer Interviews mit (denselben) Studierenden Daten erhoben. So soll zu verschiedenen Zeitpunkten der Umgang mit intersektionaler Macht- und Herrschaftskritik festgehalten werden, um die prozesshafte Erkenntnisentwicklung und ihr Wirken in die Praxis rekonstruieren zu können. So werden in der methodischen Kontrastierung der Daten aus Schritt eins vor Seminarbeginn mit Schritt zwei nach dem Theorieteil und Schritt drei nach dem Praxisteil das Verlernen diskriminierender und die Lernprozesse und -weisen diskriminierungskritischer Deutungsmuster und Praktiken rekonstruiert. Durch dieses Verfahren können Rückschlüsse auf die qualitative Beschaffenheit des Seminars erfolgen. Ziel der Forschungsarbeit ist es, Orientierungshilfen für die Konzeption diskriminierungskritischer Seminargestaltung zu entwickeln, die im Unterschied zu bisher theoretisch fundierten Konzeptionsempfehlungen, eine qualitativ dichte empirische Fundierung aufweisen.
Das Projekt wird von Purnima Vater durchgeführt (Stipendiatin im Graduiertenkolleg: ‚Bildungsprozesse in der diskriminierungskritischen Hochschullehre’, JGU Mainz).
Im Rahmen des Projekts soll das Potenzial von zwei neueren linguistischen Ansätzen in der Wortartenlehre, dem Prototypen- und dem Grenzgänger-Ansatz, für den schulischen Deutschunterricht herausgearbeitet und mittels einer Interventionsstudie überprüft werden.
Diese beiden Ansätze bieten die Möglichkeit, Wortarten über einen ganzheitlichen Zugang zu betrachten: Zum einen kann die lexikalisch-semantische Dominanz (Nomen bezeichnen Personen und Dinge, Verben Tätigkeiten und Adjektive Eigenschaften) durch die Integration und Gewichtung anderer Merkmale (z.B. Flektierbarkeit und v.a. die Position des Wortes im Satz) aufgebrochen werden. Zum anderen kann das reine Faktenwissen über Wortarten durch grammatische Fertigkeiten, Einstellungen und Vorstellungen gegenüber Wortarten bereichert und für die satzinterne Großschreibung fruchtbar gemacht werden (vgl. Elsner 2019: 80). Obwohl diese Ansätze sprachwissenschaftlich und sprachdidaktisch gut modelliert sind, steht ihr Übertrag auf die schulische Praxis noch aus (vgl. Geilfuß-Wolfgang/Ponitka 2020; Döring/Geilfuß-Wolfgang 2016, Menzel 32008, Storrer 2007).
Ziel des Projekts ist es daher, den Einfluss einer Unterrichtseinheit zu ausgewählten typischen und untypischen Vertretern sowie Grenzgängern bei den sog. drei Hauptwortarten Nomen, Verb und Adjektiv auf das Wortarten-Wissen von 6.-Klässler:innen zu untersuchen.
Der Studie liegt ein kontrolliertes quasi-experimentelles Vergleichsgruppen-Design mit Prä-Post-Follow-up-Messung zugrunde.
Das Projekt wird von Johanna Campean, M. Ed. durchgeführt.